Das Leben in Brisbane


Mancher wird wohl noch nie etwas von Brisbane gehört haben, obwohl Brisbane die drittgrößte  Stadt Australiens mit knapp 1.5 Mio. Einwohnern ist. Brisbane liegt an der Ostküste Australiens im Staat Queensland, dessen Hauptstadt sie ist. Die Stadt liegt inmitten von Seen, Bergen und Inseln und nur eine Autostunde von den  Badeparadiesen im Norden, der Sunshine Coast und im Süden, der Gold Coast. Im Westen befindet sich  Moreton Island, die zum größten Teil aus Nationalparks besteht.

Meine Universität, die University of Queensland hat einen Campus im westlichen Teil der Stadt Brisbane im Stadtteil St. Lucia, auf dem ich mein MBA Studium absolvieren werde. In demselben Stadtteil, direkt an der Grenze zum Campus habe ich  glücklicherweise auch meine Wohnung gefunden.
Brisbane selbst ist eine schöne und sehr saubere Stadt, die in meinen Augen einen hohen Wohnwert hat. Die meisten Gebäude sind sehr " modern", es finden sich kaum noch alte Gebäude aus der Kolonialzeit. Gerade in den 90iger Jahren muss sich hier viel getan haben. Das Wetter in Brisbane ist das ganze Jahr hinweg hervorragend. Im Juni/Juli, den kältesten Monaten, sind es hier tagsüber zwischen 18 und 24 Grad (nur die Nächte sind ziemlich kalt), im Sommer kann es an die 40 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit werden.
Durch Brisbane zieht sich der Brisbane River. Es gibt zwar nicht allzu viele Brücken über diesen Fluss, aber die Stadt hat mehrere Möglichkeiten geschaffen, ihn zu überqueren, dazu zählen Fähren und der sog. City Cat. Das sind Katamarane, die in ziemlich hoher Geschwindigkeit die verschiedenen Flussufer miteinander verbinden und ca. alle 20-30 Minuten fahren. Man kann mit ihnen die ganze Stadt entlang fahren, was insbesondere für Neuankömmlinge zu empfehlen ist. Der City Cat ist für mich z.B. der schnellste Weg in die Innenstadt. Für Studenten kostet eine Fahrt ca. AUD 1,40 (10er Karte).
Die Innenstadt und die zahlreichen Shopping-Center, wie der Indooroopilly- oder Toowong-Center, bieten wahnsinnig viele Einkaufsmöglichkeiten. An der Queen Street in der Stad
t liegen nicht einfach nur Geschäfte, sondern ebenfalls Shopping Malls über mehrere Stockwerke. Jede dieser Malls enthält zudem mindestens einen food court. Dort kann man für relativ wenig Geld chinesisch, indisch (Bester in Myer Center leider gibt es da noch kein Goodie, ich arbeite daran :-)), thailändisch, italienisch, japanisch (meinen Lieblingsjapaner findet Ihr unter Goodies), mexikanisch etc. essen. Ein Essen liegt in etwa zwischen 5 AUD und 9 AUD.
Daneben gibt es viele Straßencafés, Kneipen etc. und auch abends ist noch die Hölle los. Die Geschäfte haben in der Stadt jeden Tag (auch Sonntags) bis 17 Uhr auf, Freitags bis 21 Uhr, die Shopping-Center außerhalb der Stadt haben am Donnerstag länger geöffnet und öffnen seit kurzem bzw. ab August auch Sonntags. Supermärkte haben grundsätzlich bis 21 Uhr geöffnet (am Wochenende manchmal etwas kürzer).
Die Orientierung in der Innenstadt fällt leicht, da sie zum einen auf 3 Seiten durch den Fluss begrenzt wird und zum anderen die Straßen in die eine Richtung Namen von Königinnen und in die andere Richtung von Königen haben (mit wenigen Ausnahmen).
Am Beginn der Queen Street steht das Casino, ein imposantes Renaissancegebäude, das wirklich sehenswert ist.

Das Nachtleben spielt sich vor allem im sog. Fortitude Valley ab, dort gibt es auch eine große Anzahl Restaurants und Cafés. In der Brunswick Street findet man Chinatown.

Die Stadt verfügt über viele Grünflächen und Parks. In den meisten findet man mehrere Barbecue-Facilities. Das sind große Grills, entweder per Gas, Strom oder Holz zu heizen (kostenlos!). Das Erstaunliche ist, dass die Leute die Grills tatsächlich nach Benutzung sauber machen. Außerdem lässt die Stadt sie einmal wöchentlich reinigen.

Wenn man innerhalb der Stadt dem Trubel entfliehen  möchte, kann man das in Southbank, direkt an der gegenüberliegenden Flussseite der Queen Street tun. Dort wurde ein künstlicher Strand angelegt, der sogar von life guards bewacht wird. Es gibt sonst noch einige Sportmöglichkeiten, sowie entlang des Flusses einen Fahrradweg, der gerne von Inlineskatern und Joggern benutzt wird. Überhaupt scheinen die Australier ein recht sportliches Völkchen zu sein, überall sieht man Menschen die walken, joggen oder Fahrrad fahren.

Den besten Überblick über Brisbane erhält man vom Mount Coot-tha aus, von wo aus man bei guter Sicht bis zu Moreton Island sehen kann. Dort gib es auch ein nettes Café. (Wie Ihr seht habe ich eine Schwäche für Cafes Sorry) Mit dem Bus kommt man ganz gut hin, man sollte nur bedenken, dass nur stündlich Busse rauf- bzw. runterfahren. Aber es rentiert sich wirklich.

Damit kommen wir zu dem eigentlichen Problem Brisbanes, dem public transport. Es gibt zwar trains, Busse, Fähren und den City Cat, aber es mangelt leider an Zuverlässigkeit. Die trains, die vor allem die Vororte anbinden, sind noch relativ pünktlich, fahren leider aber nur recht selten. Die Busse kommen wann sie wollen und fahren vor allem wie die letzten Henker. Hier ist es wichtig, sich gut festzuhalten, selbst wenn man sitzt. Ist der Bus zu voll oder der Busfahrer im Zeitdruck, kann es schon mal vorkommen, dass man eine halbe Stunde auf den nächsten warten darf. Die City Cats sind morgens meist nur pünktlich oder nur geringfügig verspätet, aber gegen Mittag kann es schon mal passieren, dass 3 der 5 City Cats, die im Betrieb sind, an der UQ stehen und somit der timetable zu vergessen ist. Dafür sind die öffentlichen Verkehrsmittel, zumindest für Nicht-Studenten (alle, die nicht das "QR" für Queensland Rail auf dem Studentenausweis stehen haben) relativ teuer und um 9pm ist auf einigen Strecken schon Schluss. Um Einkäufe etc. vernünftig machen zu können und vor allem auch mal am Wochenende einen Ausflug zu machen, braucht man in dieser Stadt ein Auto. Sydney soll da viel besser sein.

Wenn man Auto fahren sollte, wird man schnell feststellen müssen, dass das eigentlich sehr freundliche Völkchen der Australier zu rasenden Ungeheuern mutiert, sobald sie hinterm Steuer sitzen. Ich habe selten so viele aggressive und sture Autofahrer auf einem Haufen gesehen. Ich muss, egal wo ich hinfahre, einen Kreisverkehr vor der Uni passieren. In den komme ich zwischen 8 Uhr morgens bis 10 abends nur nach dem "Augen zu und durch" - Prinzip hinein. Freiwillig lässt einen kein Australier hineinfahren. Spur wechseln geht auch nur nach dem eben genannten Prinzip.

Die Lebenshaltungskosten in Australien sind in etwa mit Deutschland zu vergleichen, nur Lebensmittel sind billiger. So kann man hier Rumpsteak für 12 AUD/Kilo kaufen (wirklich gutes, hervorragend zum Grillen geeignet). Barbecue ist übrigens eine australische Lieblingsbeschäftigung.

Weitere Infos über Brisbane und Umgebung gibt es, sobald ich mehr erkundet habe....wie z.B. über Chinatown.
 

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